Hans-Valentin Bastian & Anita Bastian
Bienenfresser in Deutschland
Gebremstes Populationswachstum und regionale Unterschiede
Bienenfresser in Deutschland
Gebremstes Populationswachstum und regionale Unterschiede
Artikelnummer: FA260606
Noch vor wenigen Jahrzehnten war der Bienenfresser in Deutschland eine ornithologische Sensation. Heute gehört er vielerorts bereits zum gewohnten Bild der Vogelwelt. Doch die jüngsten Zahlen zeigen: Die spektakuläre Erfolgsgeschichte der Art verläuft nicht mehr ganz so dynamisch wie noch vor wenigen Jahren. Mindestens seit 1982 brüten Bienenfresser jedes Jahr in Deutschland. Zunächst waren es nur wenige Paare und die Bestände schwankten von Jahr zu Jahr stark, doch seit den 1990er-Jahren setzte ein rasches Wachstum ein. In den vergangenen 43 Jahren gingen die Brutbestände lediglich in 11 Jahren zurück, während sie in 32 Jahren zunahmen. Zudem fielen Bestandsrückgänge prozentual meist deutlich geringer aus als Zuwächse. Seit 2021 hat sich die stark positive Dynamik abgeschwächt. Besonders auffällig war das Jahr 2022, als die Bestände deutschlandweit um 12,7 %, regional sogar um bis zu 43 %, zurückgingen. Die durchschnittlichen Zuwachsraten lagen seit 2021 nur noch bei etwa 3,4 % jährlich. Damit blieben sie deutlich unter den Werten der Jahre 2014 bis 2020, als - mit Ausnahme von 2018 - jährliche Zunahmen zwischen 22 % und 37 % verzeichnet wurden. Um diese Entwicklung besser einordnen zu können, riefen wir im vergangenen Jahr zu einer bundesweiten Gesamtzählung der Brutbestände auf. Inzwischen liegen die Ergebnisse des Zensusjahres 2025 vor.Zurück