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Die Vogelwelt 140 (2020) Heft 3

Artikelnummer: VW200301

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Die Vogelwelt 140 (2020) Heft 3

Artikelnummer: VW200301

Genauer hinsehen, genauer hinhören. Sucht man ein Motto für dieses Heft, so könnte es lauten! Aus drei ziemlich unterschiedlichen Bereichen und für sehr ungleiche Arten liefern die Beiträge dieser Ausgabe der Vogelwelt Einblicke in bestimmte, enger gefasste Zusammenhänge. Es werden durchaus bekannte Phänomene und Arten bzw. Artengruppen behandelt, über die derzeit geforscht, geschrieben und diskutiert wird. Die Bioakustik ist ein methodischer Bereich, der trotz einer langen Tradition immer wieder in den Hintergrund gerät - völlig zu Unrecht. Die Arbeit über den Sperlingskauz zeigt, dass mithilfe von Tonaufnahmen (bzw. Spektrogrammen) sehr viel mehr zu erfahren ist, als nur eine Artbestimmung. Darüber hinaus ist dieses Vorgehen "minimalinvasiv" und ermöglicht einen deutlichen Erkenntnisgewinn: von der Charakterisierung bestimmter Situationen bis hin zur Identifikation einzelner Individuen. Damit Sie sich auch ganz konkret einen Eindruck von den beschriebenen und analysierten Reviergesängen machen können, sind diese über QR-Codes abrufbar, sodass Sie in diesen Beitrag sogar "hineinhören" können. Schon vor 200 Jahren haben unsere ornithologischen Vorfahren genauer hingehört: Sie erkannten den für die Artunterscheidung relevanten Unterschied zwischen Weiden- und Sumpfmeise. Der süddeutsche Autor des Beitrages zum Gesang der Weidenmeise beschäftigt sich mit der noch weitergehenden Abgrenzung der Weiden- zur Alpenmeise. Der hochspannende Beitrag ist auch deswegen so lesenswert, weil er sich vorbildlich auf Citizen Science stützt und dazu aufruft, die Verbreitung so nah verwandter (Unter-)Arten auch mithilfe möglichst vieler Beobachter/innen zu klären. Kenntnisse über die Art werden erfolgreich generiert, präsentiert und dann weitergegeben. Ein Stück hinter die Kulissen schaut auch der Beitrag aus dem Kreis Düren (NRW), wo sich die Autorinnen und der Autor schon lange dem Schutz der Feldvögel verschrieben haben. Hier wurden nicht nur das Vorkommen gefährdeter Arten und die zu ihrer Bestandsverbesserung eingesetzten Maßnahmen untersucht, sondern auch der Einfluss der Schutzbemühungen auf die Arthropodenfauna (von den weniger Sachkundigen als "Vogelfutter" bezeichnet). Vordergründig mag es um die Verfügbarkeit der Nahrung für schwindende Feldvogelbestände gehen. Durch die Analyse der Untersuchungsergebnisse ergeben sich fundierte Aussagen über die (unzureichende) Ausrichtung der "Biodiversitätsstrategie" eines Bundeslandes bei einer ganz besonders sensiblen Artengruppe.

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