Karl-Heinz Loske

Rauchschwalbenfang in Nigeria geht weiter

Neue Schutzbemühungen dringend erforderlich

Artikelnummer: FA261001

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Karl-Heinz Loske
Rauchschwalbenfang in Nigeria geht weiter
Neue Schutzbemühungen dringend erforderlich

Artikelnummer: FA261001

1995 wurde bekannt, dass in den Ortschaften Boje-Ebbaken und Boje-Enyi im südostnigerianischen Regenwald alljährlich Hunderttausende von Rauchschwalben an ihren Schlafplätzen zum Verzehr gefangen wurden. Betroffen waren Ringfunden zufolge vor allem west- und mitteleuropäische Brutpopulationen. Die Nachricht, dass die bei uns so beliebten Frühlingsboten in Massen in den Kochtöpfen Einheimischer landeten, sorgte damals für großes Aufsehen und moralische Entrüstung. Doch rasch wurde klar, dass hier - anders als in den Mittelmeerländern - nicht aus Jagdlust, sondern zur Ergänzung eines eiweißarmen Speisezettels im Regenwald gefangen wurde. Im Anschluss an die 1995er-Reise engagierten sich deshalb mehrere Naturschutzverbände und ornithologische Institute (zum Beispiel Pro Natura International, Nigerian Conservation Foundation, WWF-England, ISPRA Institut Italien) vor Ort und starteten Schutzkampagnen, um die Jagd auf die Rauchschwalben zu beenden. Vor allem die regelmäßige, persönliche Anwesenheit des italienischen Ornithologen Pierfrancesco Micheloni von 1996 bis 2008 sorgte dafür, dass vor Ort allmählich ein Bewusstsein für die globale Bedeutung des Schwalbenschlafplatzes entstand. Micheloni beringte zudem jahrelang vor Ort Tausende von Rauchschwalben.

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